Weniger Powerpoint?

Ich habe vor einigen Jahren ein Training von Frank Breckwoldt mit dem Titel Hochleistung und Menschlichkeit besucht. Herr Breckwoldt hat Mitte der 80er Jahre seinen beiden Brüdern das Friseurfilialunternehmen Ryf Coiffeur gründet. Das Unternehmen, das heute von Breckwoldt geführt wird, betreibt 100 Salons in Deutschland und der Schweiz mit ca. 1.000 Mitarbeitern. Er hatte damals berichtet, dass er viel in die Ausbildung seiner Mitarbeiterinnen investiert und jeder Zeit genau weiß, wie viel Umsatz der einzelne Mitarbeiter macht. Keine Rocket Science, sondern eigentlich Business as usual, sollte man denken.

Viele sprechen davon zahlengetrieben zu arbeiten. Wenn man aber mal ein bisschen genauer hinschaut, werden meistens lediglich Excel oder PowerPoint Dokumente verschickt oder präsentiert. Ich bin ein Freund von radikaler Transparenz. Um gute Entscheidungen zu treffen, brauchen Mitarbeiter Zugang zu Zahlen. Je mehr, desto besser. Excel und PowerPoint hingegen führen meistens zu Silowissen. Zudem kann man mit einer schönen Präsentation meist alles verkaufen. Fragt mal einen Unternehmensberater.

In den letzten Monaten habe ich mit einem kleinen Team bei moovel eine eigene BI aufgebaut. Die Daten unserer Apps von Adjust und Localytics werden jetzt in unserem Data Warehouse von Snowflake gespeichert und in Tableau visualisiert. Meine Herangehensweise an BI war ähnlich wie bei der Erstellung einer Webseite. Wir brauen Tableau Dashbaords für verschieden Stakeholder in der Firma. Unser BI Team ist erfolgreich, wenn sich unsere Mitarbeiter regelmäßig unsere Boards anschauen.

In 2018 haben wir bei moovel OKRs eingeführt. Um BI in der Firma mehr zu etablieren haben wir das Key Result „Every Leader who has access to Tableau generates 30 views each in Q4” genommen. Damit wollten wir zum einen unsere Mitarbeiter auf Tableau aufmerksam zu machen und zum anderen sicherstellen, dass wir visualisieren was unsere Mitarbeiter interessieren.

Jeff Bezos hat bei Amazon PowerPoint für Management-Meetings verboten. Stattdessen werden sechs Seiten Memos in den Meetings besprochen und ins Kreuzverhör genommen. Die Manager seien so im Meeting stärker an den Beschlüssen beteiligt.

OKRs, eine kleine BI-Lösung und Memos statt PowerPoints sollte jeder mal bei sich ausprobiert haben. Schaut euch mal Locker an. Damit könnt ihr vielleicht schnell etwas starten.

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